Engelein
© Elfi Saupe
Es ist schon finster, nass und kalt,
da hör’ ich einen Laut im Wald.
Es klingt als ob ein Zweig zerbricht,
nur sehen kann ich’s leider nicht.
Da ist doch was, ich hör’s genau.
Ein Tapsen dort im Abendgrau.
Jetzt bimmelt’s auch noch leis dazu,
vorbei ist’s mit der Abendruh.
Was immer dort im Walde ist,
es macht viel Lärm nach Tagesfrist.
Ich schau gebannt hinaus und denk,
dass ich mir noch den Hals verrenk’.
Da endlich, seh’ ich etwas Helles.
Ein Licht taucht auf, ein weißes grelles,
Es ist ein Stern am Stab gesteckt,
er stahlt, als ob er Tote weckt.
Da wird es auch ganz klar und deutlich:
Es ist die Tochter von Frau Reutlich!
Sie bringt den Stern mit Klingeln dran,
damit ich mich erfreuen kann.
Die kleine Sonja winkt und lacht:
„Schau, das hab ich mitgebracht!“
Zauberhaft der Besenstab -
der den Sternenbanner gab.
Mit den Klingeln unten dran,
läutet er die Nachbarn ran.
Alle schauen nun bei uns rein –
So soll’s Weihnachten doch sein …
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