Engelein

Engelein
© Elfi Saupe

 
Es ist schon finster, nass und kalt,
da hör’ ich einen Laut im Wald.
Es klingt als ob ein Zweig zerbricht,
nur sehen kann ich’s leider nicht.

Da ist doch was, ich hör’s genau.
Ein Tapsen dort im Abendgrau.
Jetzt bimmelt’s auch noch leis dazu,
vorbei ist’s mit der Abendruh.

Was immer dort im Walde ist,
es macht viel Lärm nach Tagesfrist.
Ich schau gebannt hinaus und denk,
dass ich mir noch den Hals verrenk’.

Da endlich, seh’ ich etwas Helles.
Ein Licht taucht auf, ein weißes grelles,
Es ist ein Stern am Stab gesteckt,
er stahlt, als ob er Tote weckt.

Da wird es auch ganz klar und deutlich:
Es ist die Tochter von Frau Reutlich!
Sie bringt den Stern mit Klingeln dran,
damit ich mich erfreuen kann.

Die kleine Sonja winkt und lacht:
„Schau, das hab ich mitgebracht!“
Zauberhaft der Besenstab -
der den Sternenbanner gab.

Mit den Klingeln unten dran,
läutet er die Nachbarn ran.
Alle schauen nun bei uns rein –
So soll’s Weihnachten doch sein …

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Weihnachtstraum

Mein Weihnachtstraum
© Martina Lukits-Wally

 
Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit,
macht sich in meinem Herzen breit
die Sehnsucht nach dem sonn’gen Süden
und nach ein bisschen Ruh und Frieden.

Dem Stress und Rummel zu entfliehn
und nur am Strand spazierengehn,
das wär mein größter Weihnachtswunsch,
fernab von Zuckerwatte, Punsch,
sowie vom fetten Weihnachtsessen,
die Päckchen darf man nicht vergessen!

Ich möcht so gern statt Kekse backen,
viel lieber meine Koffer packen,
um meinem Hals ’nen Blütenkranz,
als diesen Tannenkerzenkranz.
Die sonnig warmen Südseeträume
verdrängen Glitzerweihnachtsbäume.

Statt all der sportlich’ Winterfreuden
möcht ich viel lieber Wellenreiten,
am Abend lauschen Volksgesängen,
statt Weihnachtsliedern, Orgelklängen;
still schau’n des Himmels Sternenpracht,
statt Lichterglanz von Mensch gemacht.

Ich schrecke auf, – das Telefon
holt mich mit Weihnachtsklingelton
aus meinen Träumen jäh zurück,
auf den Kalender fällt mein Blick.
Besuch von Eltern, Onkeln, Tanten
und allen anderen Verwandten
sagt sich nun an zur Weihnachtszeit.
Ich bin dafür noch nicht bereit!

Wohl oder übel werd ich morgen
für sie Geschenke gleich besorgen.
Ich seufze still in mich hinein.
Wird es wohl jemals anders sein?
Vielleicht wird doch im nächsten Jahr
mein Weihnachtstraum nun endlich wahr!

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Advent

Advent, wie man ihn kennt
© Martina Lukits-Wally

 
Advent, Advent,
das Kerzlein brennt,
die Zeit sie rennt,
wie man es kennt,
kalt sind die Händ’,
Mann ist am End’.

Die Weihnachtsständ’.
die jeder kennt,
sind voll im Trend,
wie man das nennt.
Nur so erwähnt –
Mann dorthin rennt.

Nach Punsch er sehnt
sich im Advent,
der hat Patent!
Bei Frau verpönt,
sein Kopf bald dröhnt!
Das ist Advent, wie er ihn kennt!

Das Haus verschönt
Frau im Advent,
dem Putz sie frönt,
hin, her sie rennt,
geht hoch die Wänd’.
Das ist Advent, wie sie ihn kennt!

Vom Stress am End’,
sind steif die Händ’,
„Wenn Ruh ich fändt
bloß im Advent!“,
sie still bekennt
und leise gähnt.

Und dann am End’
von dem Advent,
Mann lautvoll stöhnt, –
sein Magen brennt!
Wie Frau das kennt!
Sie ist’s gewöhnt!

Mann, ein Fragment,
nach Ruh sich sehnt,
aufs Sofa lehnt,
ganz tief gleich pennt.
„Wir sind getrennt!“,
sie warnend höhnt.

Die Glocke tönt,
die Gans verbrennt,
er – nie entwöhnt –
das Fest verpennt.
Bevor Frau rennt,
sie kurz erwähnt:
„Der Christbaum brennt!“
Das ist Advent, wie man ihn kennt!

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Adventsgelächter

Adventsgelächter
© Melinda Snitil

Lautes Adventsgelächter
Schwärmt von Glühweinbuden aus
Verlockende Düfte umgarnen herzerwärmend
Nasen und Seelen
Alt und Jung zwischen Eierpunsch und Kakao
Im Gespräch über das alte Jahr
Voller Zweifel und doch Hoffnung
Auf das, was da noch kommen mag
Hitlisten der Geschenke werden über Theken ausgetauscht
Hier und da freudige Begrüßungen, Umarmungen
Das Fest der Liebe wirft seinen Schatten voraus
Ein schöner Schatten
Eine warm wohlige Heimatzeit
Trotz all der Kälte da draußen.

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Weihnacht

Weihnacht
© Claudia Duhonj-Gabersek

Trostlos fahl erscheint die Welt
in der bunte Farben spielten,
graue Trübsal Einzug hält,
wo wir gestern Hof noch hielten

reich beschenkt mit prallen Früchten,
badend in den Blumenschätzen,
bleibt uns jetzt nur noch zu flüchten
und uns vor die Öfen setzen.

Kahl, so kahl wird mir die Welt,
als ganz plötzlich eine Flocke
weißen Schnees vom Himmel fällt
und von fern ertönt die Glocke.

Hell erstrahlt die Winterwelt
gülden, silbern sie sich schmückt.
Weihnacht ist’s, die sie erhellt
und der Menschen Herz beglückt.

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Katharina Britzen: Zeig mir den Weg nach Weihnachten

Zeig mir den Weg nach Weihnachten
© Katharina Britzen

Zeig mir den Weg nach Weihnachten,
den seit Langem ich verloren,
nicht den von Kitsch und Lichterketten,
den von der Lieb’ im Stall geboren.

Zeig mir den Weg nach Weihnachten,
dessen Melodie so fremd mir klingt,
nicht den von Rauschebart und Jingle bells,
den, der vergess’nes Lied anstimmt.

Zeig mir den Weg nach Weihnachten,
den viel zu lange ich verdrängt,
nicht den vom Tischlein-deck-dich,
den, der Seelenspeise schenkt.

Zeig mir den Weg nach Weihnachten,
den so gern ich wiederfände,
nicht den von Luxus und Lametta,
zeig mir den Weg zur inn’ren Wende.

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Martina Lukits-Wally: Weihnachtsgedanken

Weihnachtsgedanken
© Martina Lukits-Wally

Wie käme Tanne oder Fichte
denn sonst einmal zu hoher Ehr,
wenn jedes Jahr das Fest, das lichte,
wenn heilig Weihnachten nicht wär?
Sind alle Blumen still vergangen,
kein Grün das Auge mehr erfreut,
ist grau und trüb die Welt verhangen,
der Tannenbaum sein Licht verstreut.
Doch leider neigt es sich zu Ende,
das schnell gelebte gute Jahr.
Das Eis gefror der Hoffnung Hände
und das, was einmal Leben war.

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Bettina Pfeffer: Kinderweihnacht

Kinderweihnacht
© Bettina Pfeffer

Weihnacht, Weihnacht heil’ge Nacht,
kann es kaum erwarten.
Vor dem Fenster fallen sacht
Flöckchen in den Garten.

Draußen steht ein großer Baum
voll mit hellen Lichtern.
Alles ist jetzt wie ein Traum,
Glanz auf den Gesichtern.

Kinderaugen riesengroß
blicken auf die Kerzen.
Baby sitzt auf deinem Schoß,
kräht aus vollem Herzen.

Die Geschenke folgen balde.
Ruhig wird’s – ganz angespannt.
Weihnachtsmann steht drauß’ vorm Walde,
Kinder kommen angerannt.

Jeder weiß noch seine Zeile
von dem Weihnachtsmanngedicht
aufzusagen in der Eile,
denn ohne gibt’s Geschenke nicht!

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Peter Neumer: Im Mantel der Heiligen Nacht

Im Mantel der Heiligen Nacht
© Peter Neumer

Der Winter legt die Schlinge um die Tannen,
Die Nacht fräst mürbe Knochen aus dem Eis,
Am Grabe bei der Linde kniet ein Greis,
Dort wo die Spinnen ihre Netze spannen.

Der Himmel will kein einzig Kind verbannen,
So flockt er auch die schwarzen Schafe weiß,
Die Sterne formen sich zu einem Kreis
Und füllen Honig in die leeren Kannen.

Ein frommes Lied wird in die Täler sinken,
Dort wo der Glaube alles überdacht,
Wo jeder seines Nächsten Sorgen kennt.

Der Bettler wird am Abend sich betrinken,
Weil niemand über seine Seele wacht
Und nur der Fremde ihn beim Namen nennt.

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Alfons Pillach: Sobald die Stille zu dir spricht

Sobald die Stille zu dir spricht
© Alfons Pillach

Wenn Weihnachten doch still noch wär’,
ganz ohne dieses Lärmen,
dann könnte dieses Fest viel mehr
die Herzen uns erwärmen.

Mach dir zu Weihnacht das Geschenk,
im Rummel mehr zu schweigen,
sei einmal dessen eingedenk
bei jenem Festtagsreigen.

Sobald die Stille zu dir spricht,
wenn’s Weihnacht draußen dunkelt,
entflammt in dir das schönste Licht,
das zur Weihnacht funkelt.

Zieh, Stille, in die Herzen ein,
im Glanz der Weihnachtslichter
und leg der Kerzen sanften Schein
auf friedvolle Gesichter.

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Alfons Pillach: In der Heiligabendnacht

In der Heiligabendnacht
© Alfons Pillach

Draußen fallen kleine Flöckchen
leise auf die Erde nieder,
alle tragen weiße Röckchen,
schweben durch die Weihnachtslieder.

Einsam wohnt in einem Zimmer
eine Mutter mit dem Kind,
ohne Glanz und Weihnachtsschimmer,
weil dafür zu arm sie sind.

Ohne Christbaum in der Ecke,
ohne seiner Lichter Schein,
zugedeckt mit dünner Decke
schläft der kleine Junge ein.

Dann beginnt des Traumes Reise
durch das Weihnachts-Wunderland
und dort zieht er seine Kreise
mit dem Christkind in der Hand.

Er bewundert Weihnachtsbäume
und des Christkinds Lockenpracht,
all der vielen Kinder Träume
in der Heiligabendnacht.

Mit dem schönsten Weihnachtsengel
und der Stimmen bestem Chor
bringt das Christkind dann den Bengel
zu des Traumlands Ausgangstor.

Streicht dem Knaben durch die Haare,
sagt ihm leise: Lebe wohl,
bis ich dich im nächsten Jahre
an Weihnachten wieder hol’.

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Holger Ziegeldecker: Das Weihnachtsessen

Das Weihnachtsessen
© Holger Ziegeldecker

Man saß im Kreise seiner Lieben
am schön gedeckten Festtagstisch.
Das Auge schweifte über Braten,
Kartoffeln, Rotkohl, Puter, Fisch.

Die Hausfrau gab sich redlich Mühe
und hat den ganzen Tag gekocht –
im Nachhinein kann man nur sagen,
alles hat man nicht gemocht.

Der Wein war wieder viel zu trocken,
der Kaffee zu dünn aufgebrüht.
Was zählt, war das Verwandtentreffen,
wer weiß, ob man sich wiedersieht?

Und dann die schönen Tischgespräche
von Opa, Oma, Onkel, Tanten,
die nur um Krankheiten sich drehten
und um Leute, die sie kannten.

Dann saß man beim Weihnachtsbaume –
Geist und Seele kam zur Ruh,
man spürte einen inn’ren Frieden
und langsam fiel’n die Augen zu.

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Martina Lukits-Wally: Weihnachtsstern

Weihnachtsstern
© Martina Lukits-Wally

Die Nacht bricht herein,
ich lade dich ein,
heut bei mir zu sein,
denn ich bin allein.
Es ist Weihnachtszeit
und leise es schneit,
die Sehnsucht fliegt weit
zum Stern in der Nacht,
der treu mich bewacht,
ganz zärtlich und sacht.

Vom Alltag verrückt
die Sorge mich drückt,
geht zu dir mein Blick.
So sind wir vereint,
denn du bist ein Freund,
der’s gut mit mir meint.
Wenn Hoffnung zerbricht,
verlässt du mich nicht,
du funkelndes Licht.
Die Hektik nun ruht,
so gibst du mir Mut,
sagst, alles wird gut.
Mein tröstender Stern,
so weit, gar so fern –
Ich habe dich gern!
Ich träum grad von dir,
da klopft’s an der Tür.
Wer will bloß zu mir?

Allein, wie es scheint,
steht mein alter Freund
nun vor dieser Tür.
„Ich wollte zu dir!“,
sagt er und er lacht.
„Hab an dich gedacht,
’nen Stern mitgebracht!“
Der Alltag entrückt,
als fest er mich drückt.
Ich wähnte ihn fern,
ich hatte ihn gern.
Sein Traumweihnachtsstern
in rötlicher Pracht,
der mich nun bewacht,
wird Stern dieser Nacht.

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Martina Lukits-Wally: Advent

Advent
© Martina Lukits-Wally

Zu Haus im warmen Zimmer
da brennt ein kleiner Schimmer.
Ein Kerzlein ist’s am Kranz,
verbreitet goldnen Glanz.
Es ist Advent, Vorweihnachtszeit,
nun sollst du meiden Neid und Streit.

Wir sitzen hier gemeinsam,
und niemand ist nun einsam.
Zwei Kerzen sind’s am Kranz,
verbreiten goldnen Glanz.
Es ist Advent, Vorweihnachtszeit,
den Wald bedeckt ein Winterkleid.

Wir lesen Weihnachtsmärchen
und naschen Gummibärchen.
Drei Kerzen sind’s am Kranz,
verbreiten goldnen Glanz.
Es ist Advent, Vorweihnachtszeit,
voll Wärme und Gemütlichkeit.

Wir singen Weihnachtslieder
und backen Kekse wieder.
Vier Kerzen sind’s am Kranz,
verbreiten goldnen Glanz.
Es ist nun stille heil’ge Nacht,
Schneeflocken fallen weiß und sacht.
Ihr Kinder schaut zum Fenster raus!
Wie schön erhellt ist jedes Haus!
Wenn dann ein Stern vom Himmel fällt
auf diese große weite Welt,
dann zieht der Weihnachtsmann vorbei
und ihr habt viele Wünsche frei!

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Martina Lukits-Wally: Hört, schaut, singt!

Hört, schaut, singt!
© Martina Lukits-Wally

Hört, hört der Glocke hellen Ton!
Ich hab ihn wohl vernommen.
Das liebe Christkind ist ja schon
zu uns ins Haus gekommen.

Schaut, schaut den schönen Weihnachtsbaum,
geschmückt mit Kugeln, Kerzen,
so viele Päckchen, wie im Traum,
erfreuen Kinderherzen.

Singt, singt mit mir ein Weihnachtslied
in dieser stillen Nacht.
Ein Stern am dunklen Himmel zieht,
Schneeflöckchen fallen sacht.

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Andere Dimension: Vor Herodes Toren

Vor Herodes Toren
© Andere Dimension

Ein Heer stand vor Herodes Toren,
Der Mond schien über Bethlehem,
Maria wurde auserkoren,
Da baute Joseph ihr aus Lehm
Ein Heim, aus Stroh ein weiches Bett,
Fern ihrer Heimat Nazareth.

Und als sie Gottes Sohn entbunden,
Das Sanfte in den Zügen sah,
Da hatte sie sehr tief empfunden,
Ihr Kind ist für die Menschen da,
Ein König der das Herz berührt,
Die Liebe teilt, im Glauben führt.

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Claudia Duhonj-Gabersek: Wenn ich so an Weihnachten denke

Wenn ich so an Weihnachten denke
© Claudia Duhonj-Gabersek

Wenn ich so an Weihnachten denke,
kommt mir manch schöner Brauch in den Sinn,
der Baum, der Gesang, die Geschenke
und dass auch ich auserwählt bin-

erwählt, keinen Hunger zu leiden,
im Warmen zu sein ohne Not.
Jedoch kann ich’s nicht vermeiden,
spür’ das Frieren, das Elend, den Tod.

Wenn ich so an Weihnachten denke,
kommt der Missbrauch mir schwer in den Sinn,
gesalbte Intrige und Ränke
sudeln unter dem Kreuz vor sich hin.

Jene, die Christus Lehren verbreiten,
sie halten sich leider nicht dran,
häufen Reichtum seit uralten Zeiten,
den kein Mensch jemals ausgeben kann.

Wenn ich so an Weihnachten denke,
bei all diesem Glockengeläut,
um die Welt die Gedanken mir lenke,
bleibt nur wenig, das mein Herz erfreut.

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Andere Dimension: Weihnachten ist morgen

Weihnachten ist morgen
© Andere Dimension

Wie wehren sich die Armen
Dem rauhen kalten Wind,
Wer ruft noch ihre Namen,
Wenn sie erfroren sind?

Die Antwort liegt verborgen,
Geschlossen bleibt der Mund,
Denn Weihnachten ist morgen,
Doch heut des Schweigens Stund.

Wohin mit all den Leichen,
Wenn niemand für sie gräbt,
Wer achtet Curas Zeichen,
Wenn sie den Finger hebt?

Die Antwort liegt verborgen,
Wir warten, was geschieht,
Denn Weihnachten ist morgen,
Den Toten sei dies Lied.

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Andere Dimension: Bist Du schon im Kleide

Bist Du schon im Kleide
© Andere Dimension

Mir ist als hört ich Pferde, trabend,
Noch kann ich sie nicht erspähen,
Bald, mein Sohn, ist Heilig Abend,
Doch jetzt musst Du schlafen gehen.

Bist Du schon im Traume, Knabe,
Kannst Du Lunas Zeichen deuten,
Leise geht die Nacht zu Grabe,
Munter wird die Glocke läuten.

Denkst Du an die Mutter, weinend,
Ach ich seh die Tränen rinnen,
Wie ein Stern, am Fenster scheinend,
Wohnt sie dir im Herzen innen.

Bist Du schon im Kleide, Junge,
Willst Du uns die Fichte schmücken,
Gottes Sohn ist auf dem Sprunge,
Wird an deine Seite rücken.

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Andere Dimension: Hoch die Tassen

Hoch die Tassen
© Andere Dimension

Gaukler spielen auf der Straße,
Massen treiben durch die Stadt,
Und ich drücke meine Nase
An den bunten Fenstern platt.

Auf dem Tisch steht eine Vase,
Keine Blume trägt ein Blatt,
Und die Liebste, in Ekstase?
Kämmt sich ihre Haare glatt!

Hoch die Tassen, auf zum Spaße,
Wer etwas zu feiern hat,
Fette Gans, gespickter Hase,
Weihnachten ich hab dich satt!

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Martina Decker: Nachweihnachtsgedicht

Nachweihnachtsgedicht
© Martina Decker

Lieber guter Weihnachtsmann,
deine Arbeit ist getan.
Seit gestern ist das Fest vorbei,
du hast die nächsten Wochen frei.
Will dich auch nicht lange stören,
bitte nur, kurz zuzuhören.

Danke für die netten Gaben
die da unterm Bäumchen lagen.
Doch mir scheint, du warst verwirrt,
hast bei den Päckchen wohl geirrt.

Töpfe, Mixer, Bügeleisen,
das Gerät zum Folienschweißen,
Creme für Body und Gesicht
all dies wünschte ich mir nicht!

Sag, wem gabst du mein Parfüm?
Wer trägt heute meinen Ring,
liegt nun unter der Kuscheldecke
die ich wollte für die Sofaecke?
War der Schlitten falsch beladen?
Oder gibt es meinen Namen
vielleicht doppelt auf der Welt?
Hat die and’re all den Kram bestellt?
Gibts in deinen Unterlagen
Antworten auf meine Fragen?

Ich werd’ jedenfalls die Sachen
heut’ noch ordentlich verpacken
und verstecken hinterm Haus.
Tausch die Päckchen einfach aus,
wenn du in der Nähe bist.

Fühle herzlichst dich gegrüßt.
Ich freu mich schon aufs nächste Jahr

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Illustrationen Katja Spannuth
Dr. Ronald Henss Verlag
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